Ort des Austausches, der Verknüpfungen und Möglichkeitsräume – Update für die #NEO15

Bonn

Wir bevorzugen die offene Perspektive 🙂

Was so sich alles schon so angesammelt hat:

Keynote von Thomas Sattelberger (Publizist, Politik-Berater und ehemaliger Top-Manager): “Unternehmensbürger, digitale APO und Offline-Rebellen – Zusammen für Pluralismus und Transformationsfähigkeit von Organisationen”

Stefan Pfeiffer von IBM: “Arbeiten in der Mulitkanal- und AlwaysOn-Welt – Brauchen wir einen neuen Verhaltenskodex?”

Impulsvortrag & Diskussion angelehnt an: http://digitalnaiv.com/2015/05/11/de-weniger-kommunikationswahnsinn-der-versuch-einige-kommunikationsregeln-fur-e-mail-und-andere-kanale-aufzustellen/

Professor Lutz Becker, Studiendekan der Fresenius Hochschule in Köln, wird die #NEO15 mit seinen Studentinnen und Studenten wissenschaftlich begleiten.

Entwicklung von Thesen für die Next Economy Open am 9. und 10. November beispielsweise auf Basis von Experteninterviews. Vorstellung der Thesen und Moderation eines Workshops vor Ort und abschließende Zusammenfassung von beidem zu der Frage:

„Ist für die Next Economy (einschließlich Industrie 4.0) eine offene, partizipative, branchenunabhängige Mehrzweck-Plattform nach Linux-Prinzipien sinnvoll und machbar?“

Dazu die Fragestellungen: Was sind Plattformen? Welche wirtschaftliche Rolle spielen sie? Was macht offene und geschlossene „Welten“ aus? Welche Rahmenbedingungen sind relevant/müssen erfüllt werden? Wer könnte partizipieren? Könnte man die Partizipation nach Linux, Wikipedia-Prinzipien organisatorisch gestalten? Was wären die politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ein solches Projekt?

Stefan Holtel, Lead Cogniteer, brightONE Consulting: Wie kann man smarter arbeiten mit der Mensch-Maschine-Kombination?

Maschinen sind vor allem kognitive Höchstleister, wenn es um Erinnerung, Analyse, Erkennung, Kombinatorik und Schlussfolgerung geht. Wenn es um Empathie geht, ist der Mensch der Maschine klar überlegen. Schweißt man beides zusammen, profitiert vor allem der Mensch. Die kluge Kombination von Mensch und Maschine ist dem Fachexperten, der nicht auf intelligente Hilfsmittel zurückgreifen kann, statistisch immer überlegen.

Holtel fahndet nach Hinweisen und Ideen in Geschichte, Technik, Psychologie und Soziologie. Seine erste Ausbildung durchlief er zum Programmierer, seitdem erweitert er sein Repertoire, wurde Improvisationsschauspieler, Theaterpädagoge, Yogalehrer, Vater, Wissensmanager – und zuletzt Trainer für “LEGO Serious Play”. Er blickt über den Tellerrand und seziert Wortphrasen. Oft präsentiert er frische Lösungen für alte Probleme. Derzeit arbeitet er für brightONE, einem Anbieter für den Aufbau und Betrieb von Call Centern. Und fragt sich: Wie werden “kognitive Computer” den digitalen Kundendienst umkrempeln? Übrigens: Er leidet unter dem unsachgemäßen Gebrauch von PowerPoint. Deshalb schreibt er weiter an einer Forschungsarbeit zur Rolle von Dramaturgie und Erzählspannung in Folienpräsentationen.

Heiko Fischer von Resourceful Humans: „Demokratie im Unternehmen braucht Überzeugungstäter“

Professor Gilbert Probst, Geschäftsführer des World Economic Forum sagte kürzlich, dass demokratisches Unternehmertum „der beste und demütigste Weg sei, Demokratie erfolgreich in jegliches soziale System einzuführen“. Dies aus der Ueberzeugung, dass…

Organisationen, die radikal auf ihre Menschen gesetzt haben, taten dies lange vor Internet und Social Technology mit einem klaren Menschenbild UND dem Glauben daran, damit einen unternehmerischen Vorteil zu haben.

Demokratie darf keine neue Methode vor dem Karren des Profits werden. Digitalisierung als Triebfeder in diesem Kontext muss man richtig definieren und verstehen.

Warum und wie CEOs erfolgreich auf demokratisches Unternehmertum setzen und warum dadurch ein volkswirtschaftlich sowie betriebswirtschaftlich kompatibles demokratisches „Betriebssystem“ zum gesellschaftlicher Wettbewerbsvorteil werden kann. Und warum zum Teufel die HRler nun in der verdammten Pflicht sind!

Ansgar Baums, Government Relations, Head of Berlin Office, HP Deutschland, Disputation zum Thema: „Auf dem Weg in die digitale Plattform-Ökonomie“.

Industrie-Plattformen werden zur dominierenden Markt-Architektur unserer Zeit. Die Digitalisierung ist einer der Haupttreiber dieser Entwicklung: Digitale Plattformen werden immer mehr zu den „unsichtbaren Motoren“ unserer Wirtschaft. Es gibt Stimmen, die gar vom Beginn des „Plattform-Kapitalismus“ sprechen. Was dahinter steckt und warum dieses Analysekonzept der Plattform-Märkte relevant ist, wird in der Session erörtert. Themen-Spektrum: “From Pipelines to Platforms” – Wie verändern Industrie-Plattformen die Automobilwirtschaft, die Luftfahrtbranche, die Hausvernetzung, den Bankensektor und die Landwirtschaft.

Benjamin O’Daniel, Redakteur und Online-Marketing-Manager: „Das Potenzial von Blogger Relations“

Die Blogosphäre ist längst kein Dorf mehr, sondern eine ganze Landschaft aus Dörfern, Städten und Metropolen. Autoblogs, Technikblogs, Reiseblogs, Elternblogs, Modeblogs – um nur einige zu nennen. Die Szenen entwickeln sich sehr unterschiedlich – sowohl inhaltlich als auch in ihren Geschäftsmodellen.

Von Agenturen und Marketingabteilungen werden Blogs häufig nur als Werbeträger gesehen. Es wird über Reichweiten diskutiert. Dabei steckt in Blogger Relations ein ganz anderes Potenzial: Der persönliche Austausch mit digitalen Vorreitern und die dauerhafte Vernetzung mit Innovatoren.

In der Session gibt Benjamin O’Daniel einen Überblick über die Szenen und erzählt, was man erzählt in Sachen Blogger Relations falsch machen kann und gibt Tipps, wie man es besser macht.

Zweite Session: „Digitale Geschäftsmodelle von Beratern, Trainern und Coaches“.

Einige Berater, Trainer und Coaches in Deutschland schlagen konsequent einen digitalen Weg ein. In den vergangenen Jahren haben sie professionelle und auf sich persönlich zugeschnittene Kanäle im Netz etabliert.

Jetzt kommt die nächste Stufe: Sie entwickeln digitale Geschäftsmodelle. Zum Beispiel durch Skype-Beratungen, Webinare oder geschlossene Communities. In ihren Aktivitäten steckt Innovation und disruptive Kraft. Hochpreisige Seminaranbieter werden ausgehebelt.

In der Session werden einige Berater und ihre Modelle vorgestellt. So viel schon vorab: Es kostet viel Zeit und Mühe, sich eine eigene Community aufzubauen. Aber es lohnt sich. Beispiele für neue Online-Beratungsmodelle, die ohne Vermittlungskonglomerate laufen, findet man im Blog von Benjamin. Etwa: Warum dieser Systemingenieur Podcasts und E-Books produziert.

Marco Petracca, Geschäftsführer von cuecon – Beratung für unternehmerische Leidenschaft: „Früher war’s nicht besser, nur anders! Was der B2B-Mittelstand zur digitalen Transformation beitragen könnte, wenn er denn wollte.“

Business-to-Business ist seit jeher ein inzestuöses Geschäft. Die Märkte sind klein, die Kunden ausgewählt, die Aufträge sicher. Insbesondere die mittelständischen Zulieferer-Unternehmen, von denen es in Deutschland nicht gerade wenig gibt, leben nach wie vor in dieser Komfortzone. Man agiert nicht, man reagiert. Und kommt kein Auftrag, erhöht man den Vertriebsdruck. Die digitale Transformation gefährdet diese Komfortzone. Denn Kunden haben heute dank Internet einen viel umfassenderen Einblick in das Marktgeschehen, und sind nicht mehr auf den klassischen Vertriebsweg angewiesen. Die Folge: Aufträge stagnieren, Preiskämpfe werden härter, die Wettbewerber potenzieren sich um die Anzahl der Suchmaschineneinträge.

Mittelständler suchen verzweifelt nach Lösungen – doch SEO ist kein Ersatz für offenes Unternehmertum. Die digitale Transformation, die diesen Unternehmen eigentlich dabei helfen sollte, die neuen Marktdynamiken zu verstehen und besser zu nutzen, wird zur großen Gefahr. Weil sie Offenheit und Weitblick fordert – von Unternehmen, die genau das niemals haben mussten. Die aber andererseits die Stärke haben, die der Netzwelt manchmal fehlt: Dialogfähigkeit auf Augenhöhe. Zumindest in den eigenen Märkten.

Was wäre also, wenn wir die Eigenheiten zweier unterschiedlicher, sich aneinander reibender Ökosysteme vereinen würden. Wenn die Netzwelt verstehen würde, dass B2B-Unternehmen auf Augenhöhe kommunizieren wollen – weil sie es nicht anders können? Und die B2B-Welt erkennt, dass der Markt nicht mehr die nächste Fachkonferenz, sondern das Internet ist? Ein Denkansatz.

Zweite Session: „Was die digitale Transformation verhindert? Das Marketing!“

Wenn B2B-Unternehmen Marketing nie gelernt haben, die digitale Transformation letztlich aber aus der B2C-Marketingwelt getrieben wird, warum wundern wir uns dann, dass tradierte B2B-Unternehmen sich mit der neuen Welt so schwer tun? Wo liegt der Lösungsansatz? Brauchen wir ein neues Marketing? Eins, dass nicht mehr in Kanälen und Reichweiten, in Content und Conversion denkt – sondern in Kontext, in Zusammenhängen, in individueller Bedeutsamkeit? Das nicht alle sechs Monate neue Hypes generiert und sich jedes Jahr in Trendcharts ergießt, deren Inhalte dann auf der nächsten dmexco als neue Wunderwaffe verkauft werden, statt zu zeigen, was das alles tatsächlich bringen kann? Wir müssen begreifen, dass die digitale Transformation weniger mit Marketing, sondern vielmehr mit einem grundlegenden, gesellschaftlichen Wandel zu tun hat. Und das dieser Wandel der eigentliche Treiber sein muss – sowohl für die Netzwelt, als auch für die Unternehmen, die sich ihr verschliessen!

Guido Bosbach: „Wie arbeiten wir in 10 Jahren – oder auch ArbeitsVisionen2025 . Was erwartet uns bei New Work. Worauf können wir Einfluss nehmen, wie können wir uns als Individuen und Organisationen vorbereiten.“

Workshop mit Impulsvortrag.

Patrick Breitenbach von Soziopod zum Thema: „Sehen, Hören, Fühlen, Teilen – Markenführung im digitalen Zeitalter“.

SocialTV-Talks mit Liveübertragung via Hangout on Air – Live-Interviews im NextSendezentrum.